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Flucht vor der Informationsflut?

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Vor der Informationsflut fliehen?
»Nein«, sagt Klaus Marwitz, Pädagoge aus Bonn, »surfen Sie lieber.«
Ganz gleichmäßig und schnell führt Marwitz die Fingerspitzen der rechten Hand senkrecht über die Seiten des Buches »Kopf schlägt Kapital«, blättert um und um bis zum Kapitelende. »Ich verschaffe mir dadurch zunächst sehr schnell einen Überblick über das Kapitel«, erklärt er, »dabei merke ich mir, wo ich später genauer lesen möchte.« Das »Genauer Lesen« demonstriert Marwitz, indem er mit dem Zeigefinger waagerecht über die Stelle streicht, wo er vorher sich ein »mentales Bookmark« gesetzt hatte. Und zwar über mehrere Zeilen gleichzeitig.
Eigentlich braucht er diese Fingerarbeit nicht mehr, denn Klaus Marwitz ist Lesetrainer und hat das »AlphaReading« Anfang der 90er Jahre entwickelt. Seither gibt er Seminare überall im deutschsprachigen Europa, auch in Bonn, wo er lebt.
»Die Crux mit der so genannten Informationsflut ist die viel zu kleine Lesegeschwindigkeit und eine völlig unzureichende Lesetechnik, die seit der Schulzeit nicht mehr auf den neuesten Stand gebracht worden ist« erläutert er. »Die besonders langsamen Leser, die sich merkwürdigerweise für besonders gründlich halten, lesen Wort für Wort, als müssten sie deren Bedeutung jedesmal neu entdecken. Dabei sind die Worte nur Marksteine am schnellen Gedankenweg. Die Ideen des Autors, sozusagen die Melodie des Textes, kann nur derjenige erleben, der schnell von Stein zu Stein springt.« Das ist so, wie wenn man ein Musikstück hört, bei dem die Aufmerksamkeit auch nicht auf jeder einzelnen Note liegt.
Marwitz trainiert höhere Geschwindigkeit der verschiedenen Lesearten und des Denkens (mit Speed-Reading-Techniken), Verständnistiefe des Textes und Gedächtnisleistung. Dabei wird natürlich so manche liebe Gewohnheit auf den Prüfstand gestellt. Und wenn es um Veränderung des Verhaltens geht, legt sich unser innere Schweinehund gern quer. Um ihn zu umzingeln – denn das ist für den Fortschritt unverzichtbar – würzt Marwitz das Training mit Entspannungsübungen für die Augen und für das Gehirn, mit Körperübungen vom Jonglieren bis zum Schwingen auf einem speziellen Trampolin und mit Aufgaben zum Gehirnjogging. »Nur wenn Körper und Gedanken miteinander vernetzt arbeiten, ist nachhaltige Veränderung möglich,« erläutert Marwitz. Das Ergebnis lässt sich hören: mindestens 200, meist 300% Steigerung beim »genauen Lesen« und bis zu 90% Zeitersparnis bei lesebasierten Aufgaben.
Und weil das Ausbilden von neuen Gewohnheiten mindestens 21 Tage dauert, lässt er die Teilnehmer des Seminars 3 Wochen lang nicht aus den Augen, jedenfalls e-mail-mäßig nicht. Das alles gehe natürlich nicht, wenn man nur ein Buch über das Schnelllesen liest. Daher seien Seminare die optimale Form zum »Lesen Lernen«.
Die Seminare laufen in Berlin, Bonn, München, auf Fehmarn und in Wien. Das nächste AlphaReading-Seminar unter dem Motto »Wenn du durch Lesen schlau werden möchtest, lies nicht nur schneller, sondern vor allem anders« leitet Klaus Marwitz am 5./6. September 2009 in Bonn. Infos sind über die Website des Seminars www.AlphaReading.de zu erhalten.
Bonn, 5.8.2009

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